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Magie und Märchen – wie uns die Figuren auf eine Zeitreise entführen

 

Ein magischer Moment.

Ich stehe kopfüber – nein kopfunter – auf meiner Yogamatte und sehe das Meer. Im vollen Rad, das wir früher als Kinder Brücke genannt haben und denke an das Märchen vom “Eisernen Heinrich”.

Dort macht es dreimal krick oder krack, als die Bänder aufspringen, die er um das Herz geschnürt hat, damit es nicht bricht. Wenn ich mich recht erinnere, als er mit seinem Herren über eine Brücke fährt.

Aufbrechen. Das Herz öffnen.

Diese Asana drückt es für mich wie kaum eine andere aus. Und auch das Vertrauen
haben, Neues zu wagen. Mich halten Sybille und Silvana und ich genieße es, mich fallen zu
lassen.

 

 

Die Bänder des eisernen Heinrichs sind mir in meinem Erwachsenenleben schon öfter in den Sinn gekommen. Auch das Bild von Hänsel und Gretel benutze ich gerne. Wenn ich eine Idee anstupsen möchte bei meinem Gegenüber. Dann sage ich: Ich streue Brotkrumen, wie bei Hänsel und Gretel, Du kannst der Spur folgen. Lieber als: Ich gebe Dir einen Impuls.
Darin liegt einer der Stärken von Märchen: Die bildhafte, kraftvolle Sprache. Ich vergesse diese Worte nicht so schnell, weil sie eine Gestalt vor meinen Augen zeichnen, mich in eine
Landschaft führen, ob zauberhaft oder schaurig.

 

 

Der Räuber Hotzenplotz ist so eine. Der erschien besagter Sybille, als sie mit ihrem Auto feststeckte und sie in Rettersberg (tatsächlich – der Ort heißt so) nach Hilfe frage. Dort
tauchte förmlich aus dem Nebel ein Mann auf, breitschultrig, bärtig und antwortete auf die Frage: “Können Sie mir helfen?” Schlicht und schwäbisch: “Kann I.” Eine Geschichte, die
erzählt übrigens sehr viel besser funktioniert als geschrieben. Wie so oft bei Märchen.

Der Räuber Hotzenplotz, Pippi Langstrumpf, Rapunzel … Gestalten aus meiner und deiner Kindheit. Denn das ist die zweite Stärke von Märchen: sie verbinden, weil wir die Figuren
kennen. Ein schöner – nicht Impuls – sondern Brotkrumenweg, den ich jetzt in den Text streue.

Frag mal in die Runde nach Lieblingsmärchen

Und bei dem Gedankenspiel ist die Bühne offen für mehr als die Gebrüder Grimm.
Pippi Langstrumpf-Stärke.
Dornröschenschlaf.
Aschenputtel-Entscheidungen.
Michel-Lönneberga-Suppenschüssel-Momente …

Spielt mal mit den Figuren. Lasst die Erinnerungs-Schmetterlinge fliegen. Euch in die “Weißt-Du-noch”-Welten führen. Dabei Überraschungen erleben.

● Was verbindet mein Gegenüber mit der Geschichte, der Figur?
● Wo sind es kollektive Narrative? Wo individuelle Bilder?
● Was sagen Sie mir heute? Mag ich sie noch genauso gerne wie in meiner Kindheit und hole das Buch gleich aus dem Schrank?
● Oder verabschiede ich manche Figur liebevoll?

 

 

Mir sind beim Schreiben des Textes ganz viele Figuren wieder in den Sinn gekommen.

Und ein dickes altes Märchenbuch, ziemlich zerfleddert. Aus einer Zeit, in der ich noch gar nicht selbst lesen konnte. Deshalb waren es hier die Illustrationen, die mich auf eine Zeitreise schubsten. Und mich gruselte es gleich wieder beim Bild der fetten Fliege aus “Otto und Otti im Insektenreich” oder der Illustration der Nacht. Ein Grund übrigens, warum das Märchenbuch nie auf meinem Nachttisch schlafen durfte …

Die Geschichten gehören zur kollektiven Erinnerung. Ich verrate Dir jetzt aber noch eine ganz persönliche: Das Märchenbuch ist auch deshalb so zerfleddert, weil es zu einer Art
“Daumenkino” wurde: ich habe es in einen seitlich gekippten Fußschemel geklemmt. Das war der Rahmen. Und dann Fernsehtante gespielt. Das total neue Medium, das da im
Wohnzimmer der Großeltern eingezogen war, nachgespielt. Meinem Opa und meiner Uroma Geschichten erzählt. Auch damals schon in dichterischer Freiheit.

Euch viel Freude, beim Abtauchen in und Austauschen der Erinnerungen.

Märchenhafte Grüße! Eure Claudia

 

Es schrieb für Euch GLYCKsbloggerin Dr. Claudia Kundigraber

Ich mache Menschen und Marken groß.
Liebe und lebe Yoga.
Hebe und erzähle Geschichten.

Kommunikationstrainerin
Inspirationscoach
Yogalehrerin

www.kundigraber.de

 

 

 

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