Erholung durch Phantasie, Visualisieren und Träumen

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Erholung durch Phantasie, Visualisieren und Träumen

 

Tagträumen – von nichts kommt oft das Beste

Von nichts kommt nichts? Von nichts kommt oft das Beste. Dieser lebenskluge Satz kommt vom philosophischen Bären Winnie the Pooh, der weiß, dass Freundschaft, Muße und natürlich Honig das Wichtigste im Leben sind.

Die Süße. Das süße Leben – was übersetzt nicht halb so gut klingt wie im Original “La Dolce Vita”.

Das liegt nicht nur an der Ursprungssprache und ihrem Klang, sondern an deren Heimat, die eben gleich Bilder in uns weckt. Egal, ob wir als Kind immer in Bibione am Strand Schlumpfeis gegessen, in Vicenza die erste Live Oper erlebt, der Nachtzug uns frisch verliebt wummernd nach Rom trug oder wir noch nie hier waren und die Sehnsucht aus Filmszenen zu uns getragen hat.

Getreu dem Motto. “Wer hat’s erfunden?” Mal nicht die an Patenten reichen Schweizer oder Schwaben. Zugegeben klingt das ein bisschen klischeehaft.

Aber ich schreibe diese Zeilen für Euch unter eben diesem azurblauem Himmel, mit Blick auf eine Rosmarinhecke, die mir weit über den Bauchnabel reicht und Pinien, die mit dem Wind Tango tanken. In der Bar Buona Vita, die das Leben wirklich besser macht.

Und ja, das Laptop hier aufzuschlagen an einem solch herrlichen Tag, entspricht vielleicht nicht dem Bild von Dolce Vita. Vielleicht eher dem Klischee, dass Deutsche immer arbeiten. Doch trägt mich diese Melodie der vielen Frauen-, Männer, Kinder-, alten, jungen Stimmen und Hundegebell in einen Flow, in dem die Finger über die Tasten hüpfen und alles leicht ist.

 
Und da sind wir wieder bei Winnie the Pooh.

Von nichts kommt oft das Beste. Ich sitze hier, schaue aufs Meer und plötzlich kommen mir diese Zeilen in den Sinn, hüpft Winnie in meine Gedanken und trägt sie zu mir und nun zu Euch.

Woher kommen kreative Ideen? Claude, der Parfumeur von farfalla, sagte mir mal:

Der Beginn seiner Duftreisen ist tatsächlich oft eine Reise, in eine Destination, wo er sich dann auf die Suche macht. Er hat eine Vorstellung von einem Duft, sucht dann nach der Gardenie, die den intensivsten Duft hat, findet den wilden Berglavendel, der einen viel höheren Gehalt an Linalylacetat hat.

Wie er dahin kommt? So wie ich im Moment: Er sitzt in einem Café, steht an einer Bar, kommt mit den Menschen ins Gespräch. Mehr findend als suchend. Und doch tauchen dann immer die Pflanzenflüsterer auf, die ihm den richtigen Wirkstoff zuspielen. So wie mir die Hintergrundmelodie die richtige Tonart des Textes gibt. Der Designerin eine Kachel an der Wand, die Idee zu einem neuen Stoffmuster liefert.

Gute Idee, Erfindungen, kommen scheinbar oft aus dem Nichts. Dann, wenn wir nicht suchen, finden wir plötzlich.

 

 

Finden statt Suchen

Die Österreicher haben dafür ein wunderbares Sprichwort:

Suchst ´nen Knoblauch, findst ´nen Zwiebel…

Und da steckt viel Weisheit drin: Denn das Suchen verhindert manchmal das Finden. In Hermann Hesses Siddhartha formuliert es am Ende seiner Suche – kurz vor der Erleuchtung so: „Wenn jemand sucht“, sagte Siddhartha, „dann geschieht es leicht, dass sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist.

Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt: Frei sein, offen sehen, kein Ziel haben.“

Ein hilfreicher Perspektivwechsel. Der Unterschied zwischen Suchen und Finden. Ein Unterschied, der viel mit Geduld und noch mehr mit Vertrauen zu tun hat. Und mit Verbindung. Denn wenn ich hier sitze, bin ich mit den Stimmen und der Stimmung in Verbindung. Und in Gedanken mit Dir, meiner Leser:in. Der Parfümeur ist ebenfalls verbunden in den Gesprächen und stellt sich – so hat er mir erzählt – auch immer eine bestimmte Person vor, die den Duft trägt.

Das sich Treiben lassen bringt uns auch in eine Verbindung, die nicht vom Verstand geleitet wird, sondern von einem freien Spiel der Kräfte, denen wir auch immer mal einen kleinen Schubs geben können.

 

  • Indem wir die Phantasie nähren. Mit Büchern.
  • Indem wir auf Reisen gehen, mit schönen Visualisierungen.
  • Indem wir uns den Tagträumen hingeben, wie es der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh rät.

 

Er drehte den Satz einfach um:

„Sitz nicht einfach nur da – tu irgendetwas.“ in: “Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.”

 

 

Weitere inspirierende Zitate

Phantasie ist wichtiger als Wissen. Denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

Und dann muss ja noch Zeit sein, einfach da zu sitzen und nichts zu tun.

Astrid Lindgren

Langeweile ist ein warmes graues Tuch, das innen mit den glühendsten, farbigsten Seidenfutter ausgeschlagen ist. In dieses Tuch wickeln wir uns, wenn wir träumen. Dann sind wir in den Arabesken seines Futters zuhause. Aber der Schläfer sieht grau und gelangweilt darunter aus. Und wenn er erwacht und erzählen will, was er träumte, so teilt er meist nur diese Langeweile mit.

Walter Benjamin

 

 

Tipps

  • Visionboard
    Ein verregneter Sonntag im Wohnzimmer auf dem Boden. Oder ein herrlicher Sommertag im
    Schatten auf der Terrasse. Ein Stapel Zeitschriften. Durchblättern. An den Fotos hängen
    bleiben, die Dich spontan ansprechen. Ausschneiden und ein Vision Board kleben.,
    Und so den eigenen Träumen wieder näher kommen. Diese Bilder auf Collagen haben eine
    große Kraft.
  • Phantasiereise
    Oder eine Phantasiereise machen. Entweder angeleitet über Youtube, eine App oder von einer CD.
  • Hörspiele
    Ein Hörspiel hören. Am besten bei geschlossenen Augen. Einen Sinn ausblenden.
  • In Erinnerungen eintauchen In Fotoalben, Briefen, Kisten mit “Zeugs” stöbern und schauen, was die Erinnerungsschmetterlinge dann vorbeitragen. An einem Foto hängenbleiben, an die
    Geschichte denken, die dahinter steckt. Einen alten Brief wiederlesen. Vorsichtig über eine getrocknete Blüte streichen. An einem alten Parfümfläschen riechen. Mit allen Sinnen in Erinnerungen und dann auch in die Phantasie eintauchen

 

Viel Freude & Erholung beim Phantasieren und Träumen!

Eure Claudia

 

Es schrieb für Euch GLYCKsbloggerin Dr. Claudia Kundigraber

Ich mache Menschen und Marken groß.
Liebe und lebe Yoga.
Hebe und erzähle Geschichten.

Kommunikationstrainerin
Inspirationscoach
Yogalehrerin

www.kundigraber.de

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Magie und Märchen – wie uns die Figuren auf eine Zeitreise entführen

Magie und Märchen – wie uns die Figuren auf eine Zeitreise entführen

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Magie und Märchen – wie uns die Figuren auf eine Zeitreise entführen

 

Ein magischer Moment.

Ich stehe kopfüber – nein kopfunter – auf meiner Yogamatte und sehe das Meer. Im vollen Rad, das wir früher als Kinder Brücke genannt haben und denke an das Märchen vom “Eisernen Heinrich”.

Dort macht es dreimal krick oder krack, als die Bänder aufspringen, die er um das Herz geschnürt hat, damit es nicht bricht. Wenn ich mich recht erinnere, als er mit seinem Herren über eine Brücke fährt.

Aufbrechen. Das Herz öffnen.

Diese Asana drückt es für mich wie kaum eine andere aus. Und auch das Vertrauen
haben, Neues zu wagen. Mich halten Sybille und Silvana und ich genieße es, mich fallen zu
lassen.

 

 

Die Bänder des eisernen Heinrichs sind mir in meinem Erwachsenenleben schon öfter in den Sinn gekommen. Auch das Bild von Hänsel und Gretel benutze ich gerne. Wenn ich eine Idee anstupsen möchte bei meinem Gegenüber. Dann sage ich: Ich streue Brotkrumen, wie bei Hänsel und Gretel, Du kannst der Spur folgen. Lieber als: Ich gebe Dir einen Impuls.
Darin liegt einer der Stärken von Märchen: Die bildhafte, kraftvolle Sprache. Ich vergesse diese Worte nicht so schnell, weil sie eine Gestalt vor meinen Augen zeichnen, mich in eine
Landschaft führen, ob zauberhaft oder schaurig.

 

 

Der Räuber Hotzenplotz ist so eine. Der erschien besagter Sybille, als sie mit ihrem Auto feststeckte und sie in Rettersberg (tatsächlich – der Ort heißt so) nach Hilfe frage. Dort
tauchte förmlich aus dem Nebel ein Mann auf, breitschultrig, bärtig und antwortete auf die Frage: “Können Sie mir helfen?” Schlicht und schwäbisch: “Kann I.” Eine Geschichte, die
erzählt übrigens sehr viel besser funktioniert als geschrieben. Wie so oft bei Märchen.

Der Räuber Hotzenplotz, Pippi Langstrumpf, Rapunzel … Gestalten aus meiner und deiner Kindheit. Denn das ist die zweite Stärke von Märchen: sie verbinden, weil wir die Figuren
kennen. Ein schöner – nicht Impuls – sondern Brotkrumenweg, den ich jetzt in den Text streue.

Frag mal in die Runde nach Lieblingsmärchen

Und bei dem Gedankenspiel ist die Bühne offen für mehr als die Gebrüder Grimm.
Pippi Langstrumpf-Stärke.
Dornröschenschlaf.
Aschenputtel-Entscheidungen.
Michel-Lönneberga-Suppenschüssel-Momente …

Spielt mal mit den Figuren. Lasst die Erinnerungs-Schmetterlinge fliegen. Euch in die “Weißt-Du-noch”-Welten führen. Dabei Überraschungen erleben.

● Was verbindet mein Gegenüber mit der Geschichte, der Figur?
● Wo sind es kollektive Narrative? Wo individuelle Bilder?
● Was sagen Sie mir heute? Mag ich sie noch genauso gerne wie in meiner Kindheit und hole das Buch gleich aus dem Schrank?
● Oder verabschiede ich manche Figur liebevoll?

 

 

Mir sind beim Schreiben des Textes ganz viele Figuren wieder in den Sinn gekommen.

Und ein dickes altes Märchenbuch, ziemlich zerfleddert. Aus einer Zeit, in der ich noch gar nicht selbst lesen konnte. Deshalb waren es hier die Illustrationen, die mich auf eine Zeitreise schubsten. Und mich gruselte es gleich wieder beim Bild der fetten Fliege aus “Otto und Otti im Insektenreich” oder der Illustration der Nacht. Ein Grund übrigens, warum das Märchenbuch nie auf meinem Nachttisch schlafen durfte …

Die Geschichten gehören zur kollektiven Erinnerung. Ich verrate Dir jetzt aber noch eine ganz persönliche: Das Märchenbuch ist auch deshalb so zerfleddert, weil es zu einer Art
“Daumenkino” wurde: ich habe es in einen seitlich gekippten Fußschemel geklemmt. Das war der Rahmen. Und dann Fernsehtante gespielt. Das total neue Medium, das da im
Wohnzimmer der Großeltern eingezogen war, nachgespielt. Meinem Opa und meiner Uroma Geschichten erzählt. Auch damals schon in dichterischer Freiheit.

Euch viel Freude, beim Abtauchen in und Austauschen der Erinnerungen.

Märchenhafte Grüße! Eure Claudia

 

Es schrieb für Euch GLYCKsbloggerin Dr. Claudia Kundigraber

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Wenn das äußere Licht schwindet: 5 Tipps Dein inneres Licht zum Leuchten zu bringen

Wenn das äußere Licht schwindet: 5 Tipps Dein inneres Licht zum Leuchten zu bringen

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Wer nicht gerade am Äquator lebt, durchlebt jedes Jahr aufs Neue den Wandel und Wechsel der Jahreszeiten. 

Bei uns heißt es aktuell, jeder Tag wird kürzer, jede Nacht wird länger.
Wie geht es Dir, wenn das Licht weniger wird?

Schlägt es Dir aufs Gemüt?
Brauchst Du mehr Schlaf?

Dennoch begegnet uns der innere Glaubenssatz, man müsse doch jeden Tag gleich gut „funktionieren“.

Diese äußeren Umstände nehmen darauf keine Rücksicht. 

Als GLYCK verstehen wir uns als „Raum“, der gemeinsam mehr gestaltet.

Mit welchen 5 Tipps können wir also gemeinsam unser inneres Licht gestalten?

Tipp 1: Feurige Ernährung

Wir können unseren Stoffwechsel durch feurige Gewürze wie Chili oder frischen Ingwer ankurbeln. 

Wir kümmern uns also um unser inneres Licht, in dem wir ihm Feuer geben.

Chili und Ingwer wärmen uns – da steigt unser Energieniveau! 

 

Tipp 2: Gute Laune-Musik
So einfach es klingen mag – und dabei sind wir schon beim Klang. Musik kann uns in unserer Laune beflügeln. Wie lange ist es denn her, dass Du Deine Lieblingsmusik gehört hast? Lädt sie Dich nicht automatisch zu einem Tänzchen entlang des Flurs oder in der Küche ein? Also lass mal wieder die Hüften schwingen…

Tipp 3: Spiel-Spass-und-Spannung
Deutschland ist ein Land der Spiele-Spieler – so sagen es zumindest Statistiken. Doch geht es Dir nicht auch so, dass die Ecke mit den Spielen viel zu selten aufgesucht wird und schlichtweg verstaubt ist?
Doch ab heute darf sich das wieder ändern. Ein Spiel allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie. Gerade Spiele mit mindestens zwei Spielern holt einfach alle mal wieder an einen Tisch. Es darf gespielt, gewonnen und verloren werden (natürlich nur die anderen). 

An welchen Abend wirst Du Dich länger erinnern? An den, an dem mal wieder eine Netflix-Serie über den Bildschirm flimmerte oder an den, an dem eine Runde gespielt wurde? Was gibt es morgen anderes Deinen Kollegen zu erzählen? Kommen da vielleicht andere Themen auf? What a difference a game made…

Tipp 4: Ähnlich aber doch anders
Unser Tipp 4 für Dich stammt zwar aus einer ähnlichen Kategorie wie Spiele, ist jedoch auch wieder ganz anders: Puzzle!

Hast Du das vielleicht als Kind zum letzten mal gemacht? Ist das vielleicht einfach kindisch? Und jetzt ganz im Ernst: Nein, das ist es nicht. Es gibt hochspannende Motive und Schwierigkeitsgrade, die einen aufgrund der kleinen Puzzle-Teile durchweg schon an der eigenen Sehkraft zweifeln lassen. Welches Motiv würde Dir denn gefallen? 1000 oder doch gleich 1.500 Teile?
Ein Puzzle-Abend oder Nachmittag ist fast eine komplett stille Zeit. Es wird sortiert, gesucht, ausprobiert und wieder verworfen. Es passiert etwas Magisches: Es vergehen 2-3 Stunden in Windeseile – man vergisst die Zeit – Du bist im Flow.

 

Das Vergessen der Zeit ist ein wahrer Booster für mehr inneres Leuchten und gute Laune!

 

Tipp 5 – Bewegung
Es wird früher dunkel, die Sehnsucht nach der Couch, einem Tee und einer Kuscheldecke steigt quasi ins Unermessliche.

Regeneration und Pausen sind absolut wichtig. Doch der Gegenpart ist es ebenso!
Von einem sitzenden Büro- oder Home-Office-Job ab auf die Couch; wie oft passiert das in der Woche? Wäre da nicht zumindest ein bis drei mal auch etwas Bewegung angesagt?

Bewegung wie Du es willst: sportlich richtig auspowern oder sanfte Bewegungen, die mehr Achtsamkeit und Verbindung zu Deinem Körper bedeuten. 

Da erlauben wir uns mal einen kleinen Werbeblock einzuschalten: Schau mal auf unser Programm im GLYCK. Unsere GLYCKsbringer bieten Dir eine große Auswahl an genau der Bewegung, auf die Du Lust haben könntest. Die GLYCKsbringer freuen sich auf Bewegung mit Dir.

Das innere Licht ganz zum Abschluss:
Das innere Licht hochzudrehen, unabhängig von äußeren Umständen, gelingt jedem von uns einmal leichter und manchmal schwerer. In den Phasen, in denen es schwerer fallen mag, ist es zum einem wichtig, sanft mit Dir zu sein.

Zum anderen darfst Du Dir aber auch einen inneren Stupser geben, aus der Routine auszubrechen, den inneren Schweinehund zu überwinden und einen der 5 Tipps oder Deinen ganz eigenen umzusetzen.

Inneres Leuchten hat viel damit zu tun, dass wir aus Routinen ausbrechen. Einfach mal an einem Tag in der Woche etwas anders machen also sonst. 

 

Unser Körper macht neue Erfahrungen. Es ist etwas, das wir bewusst tun. Unser Geist wird angeregt.
All dies sind Aspekte und Möglichkeiten unser inneres Licht hochzudrehen.
Du kannst das innere Licht auch als Metapher für gute Laune sehen.

Was macht Dir gute Laune?
Das was Dir gute Laune macht, das darf Raum haben!
Das darf leicht sein und muss nicht in einem neuen Optimierungszwang ausarten: Also lieber einmal in der Woche für eine Stunde ganz bewusst und kontinuierlich, als hochmotiviert für eine Woche jeden Tag 2 Stunden und dann vor lauter Stress hörst Du damit wieder auf.

Freude an den kleinen Dingen! Freude an den kleinen Schritten! Freude am Teilen – sprich darüber. 

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Ernte und Aufbruch Teil 2 – ein Interview

Ernte und Aufbruch Teil 2 – ein Interview

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Ernte und Aufbruch Teil 2 – ein Interview

Mit Barbara Geyer-Burkhardt

ernte-und-aufbruch-teil-2Nachdem Claudia Kundigraber in unserem letzten GLYCKsblog so aufschlussreich und zauberhaft über Ernte und Aufbruch im Leben schrieb, über die Wicken in ihrem Garten, was wir gesät haben und was wir an Ernte erwarten, ob diese tatsächlich eintrifft und darüber, dass das Leben kein Bankkonto ist, habe ich mich entschlossen, eine Fachfrau zum Thema „Ernte“ zu befragen. Sie steckt mittendrin in der Ernte und was für sie Aufbruch bedeutet, das wüsste ich auch gern.

Barbara Geyer-Burkhardt, 63 Jahre, Bäuerin in der 3. Generation und DEMETER Bäuerin seit 1991, lebt und arbeitet in Großhöchberg, Gemeinde Spiegelberg.

 

Barbara betreibt gemeinsam mit ihrem 8 Jahre jüngeren Bruder Theo den Demeter Hof mit Stall und Vieh, Wiesen, Feldern, Wald und demnächst auch einem Ferienhausbetrieb. Beide haben Kinder, mittlerweile erwachsen, die mit ihren Partnern bei Bedarf den Hofbetrieb unterstützen. Unter der Woche arbeiten die beiden allein und am Wochenende trifft man sich zu gemeinsamen Arbeitseinsätzen. Manchmal kommt Hilfe von Praktikant*Innen oder Dorfbewohner*Innen. Besonders die Erntezeit ist ein fester Bestandteil des Jahreskreislaufes in dem kleinen Dorf und wenn die Kartoffeln eingefahren werden helfen sogar die Kinder im Dorf mit oder sammeln was liegen geblieben ist von den Feldern. Besonders beliebte Sammelobjekte sind, beim Bioanbau häufiger vorkommende Kartoffeln in ungewohnten Formen, z.B. Herzen, dicke Männchen mit Armen und Beinen oder lustige Köpfe mit Ohren und knubbeligen Nasen.

Der Stall des Hofes mit dem gehörnten Fleckvieh ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Kinder des Dorfes oder den Besuch aus der Großstadt, der beim Dorf Sightseeing unweigerlich bei den hübschen Tieren landet.

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Barbara, ihr steckt doch gerade mitten in der Ernte. Erzähl doch mal, was ihr schon eingefahren habt und was ihr noch erwartet.

Unsere erste Ernte war die Getreideernte, also Dinkel. Das hat uns viele Nerven gekostet! Wir bauen Dinkel an für das Erdmannhäuser Unternehmen Huober für Bio-Brezeln und Kindernahrung. Da muss die Qualität entsprechend hoch sein. Das war dieses Jahr nicht der Fall durch den vielen Regen. Außerdem war es auch mit der Ernte schwierig. Als es endlich einen Termin gab mit dem Mähdrescher, ist dieser in Dauernberg liegen geblieben. Und als er wieder repariert war, hat es zwei Wochen durchgeregnet. Ein Glück hat der Huober den Dinkel trotzdem abgenommen, auch wenn die Qualität nicht erstklassig war durch die verspätete Ernte. Dann haben wir das Futtergetreide geerntet für unser Vieh. Aber auch das mussten wir ausbreiten und trocknen, um es dann mit dem vom letzten Jahr zu mischen. Jetzt sind wir in der Kartoffelernte. Danach kommen die Möhren, Rote Bete, Steckrüben und dann das Kraut. Also alles Lagergemüse.

 

Was geschieht mit den Sachen, die ihr erntet?

Die Sachen werden zuerst eingelagert. Das Gemüse wird in unseren Kühlräumen gelagert, die Kartoffeln im Kartoffelkeller, der früher einmal ein Schweinestall war. Dann wird es nach und nach aufbereitet, geputzt und sortiert, gewaschen und verkauft. Zum Teil gehen die Sachen an den Großhandel. Dann an die Marktbetreiber. Das sind unsere Nachbarn im Dorf, die Wochenmärkte in Schwäbisch Hall und Heilbronn machen. Und es gibt auch einige Privatkunden.

Dann gibt es ja auch noch das Vieh. Wir schlachten 2 bis 3 mal im Jahr. Das meiste davon wird an Privatkunden verkauft. Es gibt aber auch jedes Jahr einige Rinder, die wir mästen und die den Sommer über auf der Weide bleiben dürfen. Diese verkaufen wir dann an Bio-Metzgereien.

 

Seid ihr bis jetzt zufrieden? Ist es ein ertragreiches Jahr?

Das Jahr war echt schlecht. Für mich persönlich eines der schwierigsten Jahre, das ich erlebt habe. Das kann man von außen betrachtet kaum verstehen. Es war zwar keine extreme Hitze, aber dafür extrem viel Regen. Und irgendwie hatten wir auch schon Ernteausfälle aufgrund von extremer Hitze, aber da hat es doch manches ganz gut geschafft. Dieses Jahr ziehen sich die Ausfälle durch alle Kulturen. Kartoffeln sind nur die Hälfte, Möhren und Rote Bete auch. Das Kraut steht ganz gut da. Aber irgendwie hat die Wärme gefehlt. Wir sind mit dem Unkraut jäten kaum hinterhergekommen. Wir haben so viel Arbeit reingesteckt. Durch den vielen Regen ist es aber so schnell nachgewachsen. Dann war der Boden verdichtet und wir konnten mit der Maschine nicht reinfahren. Wir hatten so viele Helfer auf dem Acker, aber wir sind dem Unkraut nicht Herr geworden. Die Kulturpflanzen hatten leider nicht so viel Drive wie das Unkraut! Die sind einfach untergegangen. Das war hart, so viel Energie da rein zu stecken, Zeit und Geld und dann wird es nichts.

 

Was bedeutet die Erntezeit im Leben einer Bäuerin?

Die Erntezeit ist die Zeit im Jahr, wo du den Lohn bekommst für deine Zeit und Energie, die du investiert hast. Das ist ein aufbauendes Erlebnis.

Und es ist immer wieder ein Wunder, wenn man ein Samenkorn in den Boden steckt, und zur Ernte hast du eine fertige Möhre oder Kartoffel. Das ist schon toll!

Auch wenn mal was nicht wird, freut man sich über das, was es geschafft hat. Die Ernte an sich ist eine wunderschöne Zeit, draußen auf dem Acker stehen und die Farben des Herbstes oder einen Regenbogen bewundern. Das hat was!

 

Und was kommt danach? Beine hochlegen?

Irgendwie schon! Wenn die Ernte dann wirklich drin ist, dann hast du was geschafft und einen Abschnitt beendet. Die Ernte ist schon immer ein großer Organisationsaufwand und eine stressige Zeit. Dann tut es gut, wenn Ruhe einkehrt. Wobei es mit der eingefahrenen Ernte nicht getan ist. Alles muss ja auch wieder raus und du musst es erst vermarkten, bevor du einen wirtschaftlichen Nutzen davon hast.

 

Kommt nach jeder Ernte nicht unweigerlich ein Neuanfang? Bist du schon in Aufbruchstimmung?

Ja, die Aufbruchstimmung setzt eigentlich erst ein wenig später ein. Jetzt, direkt nach der Ernte, ist erstmal Zeit für Erntedank. Dann darf man sich etwas ausruhen und Richtung Weihnachten oder kurz danach beginnen die Überlegungen und der Aufbruch. Dann beschäftigen uns die Fragen, was machen wir anders, was muss neu werden und was haben wir fürs nächste Jahr geplant. Aber für mich ist der November und Dezember immer eine tolle Zeit. Normalerweise ist dann Zeit, das Getane zu verdauen. Durchatmen.

 

ernte-und-aufbruch-teil-2Der ewige Kreislauf von Ernte, Bearbeitung der Felder und Neuanfang. Aussaat, Bewässerung, Unkraut jäten und vieles mehr. Was hat sich an eurer Arbeit verändert in den letzten 30 Jahren?

Ich habe das ja schon als Kind alles miterlebt. Da war es natürlich völlig anders. Da hatten meine Eltern noch Milchvieh und Schweine. Aber wir haben dann den Betrieb umgestellt, denn konventionelle Landwirtschaft konnten wir uns nicht vorstellen. Für uns war ein Biobetrieb die Bedingung dafür, die Landwirtschaft der Eltern weiterzuführen.

Komischerweise hatten meine Eltern viel weniger Geschäft, kleinere Äcker und weniger Vieh und trotzdem haben sie davon gelebt. Ein großer Teil der Erträge machte damals auch noch der Waldbetrieb und die Holzwirtschaft aus. Das bricht immer mehr weg durch den Klimawandel, die Dürre und den Schädlingsbefall. Das Klima und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben sich schon stark verändert. Die Auswirkungen spüren wir vor allem in den letzten 3-4 Jahren. Die extreme Hitze, vertrocknete Wiesen und verbrannte Frucht. Das fehlende Wasser und die Trockenheit machen uns in der Landwirtschaft zu schaffen. Die Stärke der Auswirkungen hat mich schon sehr überrascht. Und dabei haben wir noch Glück in einer gemäßigten Klimazone zu leben.

Die Technik und die Maschinenarbeit haben sich auch stark verändert in den letzten 30 Jahren. Vor allem durch die Vollernter, die bei der Kartoffel- und Möhrenernte zum Einsatz kommen. Damals war man noch mit viel mehr Menschen auf dem Acker und es war wesentlich anstrengender. Die Maschinen haben es schon leichter gemacht, aber dafür haben wir jetzt viel mehr im Anbau, größere Umsätze, aber auch einen größeren Bedarf. Früher haben meine Eltern viel weniger Geld für ihren Lebensunterhalt gebraucht.

Was sich auch verändert hat, ist die Familie auf dem Hof. Früher waren wir mit unseren kleinen Kindern und den Großeltern drei Generationen auf dem Hof. Es war toll mit so vielen Menschen gemeinsam auf dem Hof zu leben und gemeinsam zu arbeiten. Jetzt sind wir allein, was den Vorteil hat, dass wir mehr Freiheiten haben und uns nicht immer mit allen Familienmitgliedern absprechen müssen, wenn wir mal eine Pause brauchen oder ein paar Tage Urlaub wollen. Wir müssen niemanden fragen, so wie früher. Das ist manchmal schwierig gewesen in einem Mehrgenerationenbetrieb, sich mit allen abstimmen zu müssen.

 

Was fehlt dir von früher? Und was wünscht du dir für die Zukunft?

Die Kinder und der größere Kreis Menschen gemeinsam auf dem Hof, das fehlt mir schon manchmal. Es war eine schöne Zeit mit den Kindern. Die Mehrfachbelastung war zwar manchmal hart und da frage ich mich oft, wie ich das mit den Kindern gemacht habe. Aber es gab ja noch die Großeltern, die Zeit mit ihren Enkeln verbracht haben. Das war schön, das so zu erleben.

Ich muss ja mit meinen 63 Jahren langsam überlegen, wie es weitergeht. Ein bisschen weniger arbeiten und noch ein bisschen mehr erleben. Für die Zukunft wünsche ich mir natürlich schon, dass es mit dem Hofbetrieb irgendwie weiterläuft. Vielleicht ist es eine Option mit der Gärtnerei und der SOLAWI in Großhöchberg zu kooperieren und den Betrieb gemeinsam weiterzuentwickeln. Aber das ist dann nicht mehr mein Part. Ich unterstütze und wirke da gern mit, aber das müssen dann andere machen. Wir haben schon so viel verändert in den vielen Jahren.

Ich habe jetzt noch als neues Projekt das Ferienhaus mit mehreren Wohnungen, was auch ein bisschen als Einnahmequelle fürs Alter dienen soll. Da gibt es für mich noch etwas zu tun.

 

Braucht es einen Aufbruch in der Gesellschaft und ein Umdenken zugunsten der Landwirtschaft? Was meinst du?

Auf jeden Fall! Das war ja großes Thema im vergangenen Wahlkampf. Wer hätte das vor 5 Jahren gedacht, dass das für alle Parteien Thema werden wird und alle damit Wahlkampf betreiben. Da muss dringend was geändert werden zu Gunsten des Klimaschutzes und die biologische und regionale Landwirtschaft braucht mehr Anerkennung und Wertschätzung. Die Menschen müssen aber dringend umdenken und akzeptieren, dass Biogemüse nicht genormt ist und auch krumme Möhren lecker schmecken oder die Kartoffel eben auch mal ein Löchlein hat. Die Anspruchshaltung der Menschen diesbezüglich muss sich ändern. Dann hätten wir vielleicht weniger Probleme beim Großhändler, unsere Sachen zu einem guten Preis loszuwerden. Das ist nämlich das nächste Problem, die Preise. Die bestimmen ja nicht wir, sondern der Großhändler sagt, was er uns für unsere Waren zahlt. Also nicht wir sagen, was wir für unsere Arbeit bekommen, wie es eigentlich in vielen anderen Bereichen läuft.

 

Wie steht es mit dem Glück? Bist du im Großen und Ganzen zufrieden und glücklich mit deinem Leben und Arbeiten als Bäuerin in Großhöchberg? Und warum?

Meistens schon. Ich bin ja hier aufgewachsen und war schon oft woanders, aber ich bin immer wieder zurückgekommen. Ich hänge schon an diesem Ort. Ich konnte hier auch meine Träume verwirklichen und haben die Landwirtschaft schon früh als möglichen Arbeitsplatz für mich erkannt.

In der Jugend war es manchmal etwas eng hier, aber zum Glück hat sich auch das Dorf verändert. Wenn es noch so wäre wie vor 30 Jahren, dann wäre ich vielleicht nicht mehr hier. Meine Mutter hat schon immer Anstoß dazu gegeben, dass nicht nur die Kultur im Boden gepflegt wird, sondern auch die geistige. Sie war unter anderem Mitbegründerin des Singkreises in Großhöchberg und hat sich immer für Kunst und Kultur in unserem kleinen Dorf stark gemacht, vom Johannifeuer über Konzerte bis zu Kinderfreizeiten im örtlichen Klosterhof. Später kamen dann immer mehr kulturelle Angebote im Dorf dazu, wie zum Beispiel das Theater. Das fand ich schon immer toll! Das fördert die Lebensqualität hier enorm. Zumal mir die Kunst schon immer am Herzen lag und ein Kunststudium für mich als junge Frau eine mögliche Alternative zur Landwirtschaft war. Ich war lange hin und her gerissen zwischen beidem und habe mich dann doch für die Landwirtschaft und gegen die Malerei entschieden. Den Anspruch an eine schöne Gestaltung im Haus und immer einen Strauß auf dem Tisch habe ich mir aber weiterhin bewahrt. Das pflege ich weiter, genauso, wie es meine Mutter und Großmutter tat.

 

Zu guter Letzt wüsste ich gern 3 Dinge, die ich von einer Bäuerin lernen kann?

  • Kartoffelsalat
  • Die Verbundenheit zur Natur und zu den Tieren. Das gebe ich vor allem gern an die Kinder weiter. Deswegen sind Kinder mir im Stall immer willkommen.
  • Zuversicht und Hoffnung, dass mit jedem Samenkorn wieder etwas Neues wachsen kann.
Man bekommt jedes Jahr aufs Neue die Chance für Neubeginn und Veränderung.

Liebe Barbara, danke für dieses schöne Gespräch!

Deine GLYCKsbloggerin Melli Hellebrand

 

Melanie Hellebrand

Systemische Therapeutin & Beraterin
HELDENDASEIN aufrichten.ausrichten.weitergehen


www.heldendasein.de

 

 

 

Systemische Beratung

Ausgebrannt & abgetaucht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

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Ernte und Aufbruch

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Ernte und Aufbruch


Es gibt so Worte, die ziehen andere an wie ein Magnet. Sie sind gekoppelt wie – genau: Pech und Schwefel. Pfeffer und Salz. Bonnie and Clyde. … Ernte und Dank. Dabei kann man nicht nur Dank ernten. Das Wort funktioniert auch mit Kritik. Wir ernten Beifall genauso wie
kritische Blicke.

Dabei stellt sich die Frage:

Ernten wir immer das, was wir gesät haben? Ist es immer das Ergebnis einer Aktion? Also Aktion – Reaktion?

Klar, wer Petersilie oder Ringelblumen sät, hat dann Kräuter oder Blumen im Garten. Was aber auch nicht ganz stimmt. Denn meistens schleicht sich ja noch was anderes in die Reihen im Beet. Der Wind treibt uns gerne ein paar Samen zu.

Meine Wicken zum Beispiel. Das was die erfolgreichste Investition in meinem Garten. Ein Tütchen eingesetzt, erfreuen die lila und rosa Blüten seit Jahren mein Herz. Und haben jetzt auch noch die selten gewordene blaue Holzbiene in meinem Gärtchen heimisch gemacht. Mit ihr verbringe ich die frühsommerlichen und sommerlichen Tage mit meinem ersten Espresso im Garten und sie hat mich zu diesem Text inspiriert. Denn nicht immer säen wir genau das, was wir ernten. Den Luftikus Wicke habe ich gesät, aber was er mir alles schenkt, das habe ich nicht erwartet. Gespräche über den Gartenzaun, ob ihre grenzüberschreitende Ader meinen Nachbarn stört. Tut sie nicht. Post aus Bayern und Berlin von meinen Gartenfreundinnen, bei denen nun die Urenkel-Samen heimisch geworden sind.

 

 

Das Leben funktioniert nicht wie ein Bankkonto


Und so ist es doch oft: Nicht immer bekommen wir das, was wir gesät haben. Manchmal mehr, manchmal weniger bis gar nichts. So jedenfalls scheint es auf den ersten Blick. Aber das Leben funktioniert erfreulicherweise eben nicht wie die Bewegungen auf einem
Bankkonto. Was wir an einer Stelle einzahlen, bekommen wir oft an einer ganz anderen wieder zurück.

Das habe ich oft im Leben erlebt. Früher habe ich mich manchmal geärgert, wenn ich viel gegeben habe, in einem Job, in einem Ehrenamt, in der Familie. Und das Gefühl hatte, es wird nicht richtig erkannt, anerkannt, belohnt. Um dann später oft überrascht festzustellen, dass sich durch einen Kontakt im Ehrenamt ein Auftrag ergeben hat, aus einer Begegnung im Zug ein Lektüretipp oder Einstieg zu einem Artikel, aus einem am Wegesrand ausgegrabenen Pflänzchen ein wahres Blütenmeer entstand.

Was es dafür braucht?
  • Ein offenes Herz.
  • Eine Haltung, die uns Chancen erkennen lässt.
  • Und keine Angst vor Überraschungen. In den letzten Monaten sind uns die Überraschungen ein bisschen ausgegangen. Fast alles musste vorausgeplant, reserviert und angemeldet werden. Wir haben uns registriert und viele neue Formblätter kennengelernt. Dabei sind es ja genau die Überraschungen, die uns lebendig halten.

 

 

Lass Dich überraschen


Lass Dich überraschen! So nannte Rudi Carell seine Fernsehshow Ende der achtziger Jahre und die begann immer mit diesem Titelsong. Das fiel mir wieder ein, als ich nach dem Lockdown zum ersten Mal wieder in meinem Lieblings-Biergarten in München saß. Es dauerte nicht lange, da kamen wir mit dem Nachbartisch ins Gespräch, weil ich Ihnen eine Decke abschwatzen wollte. Habe ich bekommen und etwas später eine Live-Gesangseinlage der jungen Leute. Choräle. Mehrstimmig wummerten die satten Melodien durch den Raum. Was für eine Überraschung. Und wie schön, etwas zu erleben, was nicht geplant war.

Wenn Freunde klingeln und aus dem Kaffee ein Abendessen wird mit dem, was der
Kühlschrank halt so hergibt. Wenn uns das Stöbern in der Buchhandlung fünf
Neu-Entdeckungen mit nach Hause tragen lässt. Oder Freundinnen Dich spontan an den Bodensee entführen. Wenn wir uns einfach vom Leben treiben lassen. Und das nichts Tun die schönsten Ideen hervorbringt. Besonders gut funktioniert das in der Natur. Beim Betrachten des Sonnenuntergangs, des Wassers, der Wolken, der Wicken im Garten.

Ja, Ernte ist für mich an Dank gekoppelt. Ich bin dankbar, für das, was mir das Leben in mein Gärtchen bringt…

Denn mit der Ernte verbunden, ist ja schon der Ausblick auf die nächste Saison. Im Samenkorn, das meine Wicken hinterlassen, steckt ja schon alles, was die Pflanze für die nächste Saison braucht. Die Ernte ist ein Zwischenschritt im Kreislauf, bevor ich wieder aussäe, in Erwartung, was kommt. Und mich erneut überraschen lasse, welche Saat aufgehen wird, welche Pflanzen sich reinmogeln, welche Nachbarn sich gut tun und was mit dem Raum dazwischen geschieht. In diesem Sinne wünsche ich Dir eine reiche Ernte – nicht nur jetzt zur klassischen Ernte-Dank-Zeit.

 

 

 

Ernte und Dank im Alltag – hier ein paar Tipps

 

  • Spiel Leporello mit dem Adressbuch. Beim Buchstaben Stopp eine Adresse für eine Karte oder ein Telefonat wählen und der Person für etwas danken, was sie in Dein Leben gebracht hat. Wenn Du ein elektronisches Adressbuch hast, dann still das Alphabet aufsagen und jemanden bitten, Stopp zu sagen oder den Timer stellen.
  • Natürlich kannst Du auch direkt eine Adresse aussuchen.
  • Hast Du einen Garten? Dann sammle doch ein paar Samen, getrocknete Blätter, Blüten und schicke Sie an jemanden, dem Du dankbar bist. Wenn Du keinen Garten hast, kannst Du sehr gut im Wald oder einem Park Früchte sammeln.
  • Führe ein Dankbarkeits-Tagebuch oder binde in Dein Morgen- oder Abendritual einen Moment ein, an dem Du für etwas oder jemanden dankst.
  • Es gibt eine Übung, die “Zahl im Voraus” heißt: Halte nach jemandem Ausschau, dem Du selbstlos einen Gefallen tust, ohne eine Gegenleistung zu verlangen – außer die, dass er das Gleiche tut. Der Domino-Effekt dieser Übung bringt eine ganze Reihe guter Taten in Bewegung.

 

Zitate zum Thema Ernte:


Im Herbst steht in den Gärten die Stille, für die wir keine Zeit haben.

Laotse

Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt, zu leben.

Antoine de Saint-Exupéry

Säe ein Samenkorn in die Erde, und sie wird dir eine Blume hervorbringen. Träume deinen Traum zum Himmel, und er wird dir deine Geliebte bringen.

Khalil Gibran

 

Deine GLYCKsbloggerin Claudia

Vielen Dank an Jörg Frase für die hübschen Fotos!

 

Dr. Claudia Kundigraber 

Kommunikationstrainerin
Inspirationscoach
Yogalehrerin


www.kundigraber.de

 

 

 

 

  • Yogalehrerin
  • Ausbildung als Businesscoach in Berlin
  • Über 20 Jahre Inhaberin der Kommunikationsagentur k.u.k. kommunikation in Stuttgart
  • Promotion über Polens Weg in die Demokratie in Warschau und Tübingen
  • Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München
  • Studium der Rhetorik, Germanistik und Politikwissenschaft in Tübingen
  • Veröffentlichungen in Frankfurter Rundschau, ZEIT, Süddeutsche Zeitung, Südwest Presse sowie Fachartikel und Kurzprosa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

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